Lehrende und Familien bewerten weiterhin die langfristigen Auswirkungen der durch die Pandemie verursachten Unterbrechung des Unterrichts. Ein vor Kurzem erschienener Artikel der HuffPost befasst sich deshalb eingehender mit der Frage, welche Schuljahre am stärksten betroffen waren und warum die Auswirkungen bis heute spürbar sind.
Anstatt den Lernverlust als Versagen der Bemühungen darzustellen, betont der Artikel den Zeitpunkt: die spezifischen Entwicklungsstadien, in denen sich die Schüler befanden, als die Schulen geschlossen wurden. Von der frühen Alphabetisierung über die exekutiven Funktionen bis hin zur sozial-emotionalen Entwicklung hat die Unterbrechung grundlegende Lernmomente neu geprägt, die noch immer in den Klassenräumen nachwirken.
Kris Astle, Bildungsstrategin bei SMART Technologies, gab wichtige Einblicke in die besonderen Auswirkungen auf die Mittelstufe und die Übergangsjahre, die über das Ergebnis der Tests bereits deutlich zeigen:
- Gestörte sozial-emotionale Entwicklung: Die Mittelstufe ist eine prägende Zeit für die Identitätsbildung, die Regulierung von Emotionen und die Zusammenarbeit. Astle stellt fest, dass Lehrende zurzeit beobachten, wie Lernende mit Konfliktlösung, Konzentration und Selbstvertrauen kämpfen – oft still und unbeständig.
- Defizite bei den exekutiven Funktionen: Fähigkeiten wie Aufmerksamkeitsmanagement, Organisation und Zusammenarbeit waren besonders stark beeinträchtigt, das heißt, dass nicht alle Lernenden auf das selbstständige Lernen vorbereitet waren.
- Zunehmende Unterschiede innerhalb der Klassen: Einige Lernende sind akademisch auf dem richtigen Weg, verfügen jedoch nicht über die erforderlichen Selbstregulierungs- oder Teamfähigkeiten, während andere akademische Unterstützung benötigen, aber ausgeprägte zwischenmenschliche Stärken besitzen – was die bestehenden Ungleichheiten und Zugangsunterschiede deutlich macht.
- Die Rolle der Technologie – wenn sie richtig eingesetzt wird: Astle verweist auf adaptive Lerntools, interaktive Unterrichtseinheiten und KI-gestützte Bewertungen als leistungsstarke Hilfsmittel, um feine Unterschiede im Kenntnisstand der Lernenden zu erkennen und den Unterricht individuell anzupassen. Gleichzeitig betont sie, dass Technologie die zwischenmenschlichen Beziehungen erweitern und nicht ersetzen sollte.
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Der Artikel belegt, dass die durch die Pandemie entstandenen Lernlücken entwicklungs- und nicht moralisch bedingt sind. Aufholen ist möglich, erfordert jedoch Einfühlungsvermögen, gezielte Unterstützung und Instrumente, die den Lernenden sowohl akademisch als auch emotional gerecht werden.
Lesen Sie den vollständigen Artikel der HuffPost, der dieses Phänomen nach Klassenstufen, Expertenmeinungen und Erkenntnisse von führenden Bildungsexperten aufschlüsselt.


